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Eine kleine Geschichte zur Geschichte der Pause

Seit der Industrialisierung gibt es ein Recht auf Pause – im 19. Jahrhundert war sie länger als heute

Josef ist Jahrgang 1760. In Preußen hat er von seinen Eltern einen kleinen Bauernhof geerbt. Josef bestellt Felder, die einem bekannten Großgrundbesitzer in der Region gehören. Sein Arbeitstag ist lang: Mit Sonnenaufgang geht es auf die Äcker und erst mit Einbruch der Dunkelheit endet der Tag. Pausen gibt es kaum. Nur zu Mittag wird auf den Feldern eine Mahlzeit verzehrt, die von seiner Frau oder seinen Kindern gebracht wird.

Josef hat als Zwanzigjähriger den Hof übernommen. Seitdem geht es jedoch stetig bergab: Die Großindustriellen zahlen immer weniger für die Baumwolle, die Josef herstellt. Die Firmen wenden sich von der Mischproduktion mit vielen Lieferanten ab und setzen vermehrt auf Massenproduktion. Im Jahr 1800 übergibt Josef den Hof an seinen ältesten Sohn Paul. Der Sohn tut, was sich sein Vater nie traute: Er gibt den Hof auf und zieht mit seiner Familie in die Stadt.

16 Stunden an der Maschine – Pausen sind eine Seltenheit

In den Fabriken lockt die Arbeit. Es gibt dort viel zu tun, aber ebenso viele Konkurrenten um die Jobs. Dennoch fängt Paul in einer Weberei an – mit einem Hungerlohn. Damit er die kleine Baracke am Stadtrand finanzieren kann, müssen auch seine Frau Bernardine und Sohn Heribert (9) schuften. Die Arbeit ist hart: Um 1820 sind alle drei täglich zwischen 11 und 14 Stunden in der Fabrik. Zehn Jahre später arbeitet das Familientrio im Durchschnitt sogar 16 Stunden. Für Paul endet die Schufterei jedoch plötzlich: Bei einem Unfall mit einer Maschine verliert er eine Hand und wird sofort entlassen.

Aus Zorn darüber will Paul gegen die seiner Meinung nach schlechten Arbeitsbedingungen vorgehen. Er gründet kleine Arbeitnehmerbündnisse, die jedoch von Großindustriellen zerschlagen werden oder sich selbst zerstreiten. Erst 1839 ändert sich etwas: Die preußische Armee bekommt aufgrund der vielen verstümmelten und ausgepowerten Menschen nicht mehr genug Mann zusammen. Plötzlich geht alles ganz schnell: Im „preußischen Regulativ“ wird festgeschrieben, dass Kinder unter neun Jahren nicht arbeiten dürfen. Jugendliche dürfen höchstens zehn Stunden in die Fabrik und müssen täglich fünf Stunden zur Schule gehen. Auch Pauls Sohn Heribert, der immer noch in Weberei beschäftigt ist, profitiert von der neuen Regelung: Morgens und nachmittags gibt es eine viertelstündige Pause, zu Mittag ruhen die Bänder für eine ganze Stunde.

Gewerkschaften kämpfen um die Pause

Stürmische Zeiten brechen an: Pauls Überzeugungen, eine starke Arbeitervertretung zu installieren, trifft nun auf größere Zustimmung. Immer mehr Gewerkschaften entstehen – mit Erfolg. Ab 1853 kommt es zu einem Umdenken der Fabrikbesitzer. Sie merken, dass Menschen auf Dauer produktiver arbeiten, wenn sie nicht ausgebeutet werden. Von nun an dürfen Kinder unter zwölf Jahren nicht mehr arbeiten – Jugendlichen wird zudem eine Mittagspause von zwei Stunden zugestanden.

Mittlerweile wird sogar Pauls Sohn Heribert schon Großvater. Seine Tochter Mathilde bringt 1878 ihren ersten Sohn Norbert zur Welt. Mathilde ist eine der ersten Mütter, der eine kleine Pause nach der Geburt zugestanden wird: Mutterschutz für drei Wochen. Gleichzeitig kann sich Opa Paul auf die letzte Pause seines Lebens freuen: Mit 70 Jahren darf er in Rente gehen. Durch diese Beschlüsse im Sozialbereich geht das Jahr 1878 in die Geschichtsbücher ein.

In Kriegszeiten werden die Arbeitsregelungen außer Kraft gesetzt

An diesen Regelungen – die Wochenarbeitszeit liegt nun etwa bei 65 Stunden – ändert sich lange nichts. Erst als Heriberts Sohn Norbert in den Ersten Weltkrieg zieht, steigt daheim in Preußen die Arbeitszeit wieder. Doch es soll die vorerst letzte Ausweitung gewesen sein – denn in der Weimarer Republik wird die Arbeitswelt grundlegend reformiert. Als Norbert aus Frankreich zurückkehrt, wird der Acht-Stunden-Tag festgelegt. Er soll bis ins folgende Jahrtausend Bestand haben. Auch die Rente winkt Norbert schon mit 65 Jahren.

Als Norbert 1939 von den Nationalsozialisten in den zweiten Krieg seines Lebens eingezogen wird, werden in der Heimat fast alle Gesetze zum Arbeitsschutz außer Kraft gesetzt. Erst nach der Befreiung durch die Alliierten wird dieser Einschnitt korrigiert. Die Besatzungsmächte stellen im Prinzip den Vorkriegszustand wieder her.

In der Folge gewinnen die Gewerkschaften an Einfluss und setzen viele Arbeitnehmerrechte durch. Besonders die erneute Festsetzung der 40-Stunden-Woche im Jahr 1967 ist ein Erfolg, an der Norberts Tochter Heike maßgeblich mitgearbeitet hat. In den 70er-Jahren setzt sich Heike besonders auf Betriebsebene für Pausenregelungen ein. Gesetzlich wird das jedoch erst in den Neunzigern festgeschrieben. Das „Arbeitszeitgesetz“ wird am 6. Juni 1994 rechtskräftig und regelt die Urlaubs- und Pausenzeiten – bis heute.

Autor: Daniel Moßbrucker

Foto: Gebensleben  / pixelio.de

 

Zugrundeliegende Literatur:

Schneider, Michael: Der Kampf um die Arbeitszeitverkürzung von der Industrialisierung bis zur Gegenwart, 1984.

Kreck, Hans: Entwicklung des Arbeitsschutzes in Deutschland unter Einbeziehung eines Vergleichs in den Ländern der Europäischen Union. München 2001.

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